Das Steingarten-Pseudoproblem der Grünen

Die Grünen haben eine schlechte Idee ihrer Hünxer Genossen kopiert und ziehen nun auch in Voerde gegen sog. „Steingärten“ zu Felde. Begründet wird dies mit dem Klimawandel, der im Antrag der Grünen in einem Atemzug mit einer angeblichen Gefährdung durch Starkregen genannt wird.

Hierzu ist zunächst einmal folgendes festzustellen: der „Weltklimarat“ IPCC hat schon 2013 seine anderslautenden früheren Aussagen widerrufen und festgestellt, dass sich eine Häufung von extremen Wetterereignissen nicht sicher nachweisen lässt (Abschnitt „Extreme Events“ ab Seite 162 = Seite 178 des PDF-Index: https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2018/02/WG1AR5_all_final.pdf). Es wäre schön, wenn auch selbsternannte Klimaschützer sich gelegentlich wenigstens grob mit dem aktuellen, vom IPCC komprimierten Stand der Forschung vertraut machen würden, statt mit längst widerlegten Behauptungen auf Stimmenfang zu gehen. Über 6 verstrichene Jahre sind mehr als genug Zeit, um das Verbreiten von bestenfalls spekulativen Fake News nicht mehr mit noch erklärbaren Versäumnissen entschuldigen zu können.

Die anmassende Forderung, in die freie Verfügung über das private Eigentum hineinregieren bzw. -pfuschen zu wollen, spricht zudem für einen wirklich erschütternden Mangel an Empathie: ist es wirklich so schwer zu verstehen, dass Mitbürger sich ganz bewusst für eine pflegeleichte Form der Gartengestaltung entscheiden, weil sie die für die Pflege herkömmlicher Gärten zu leistende Arbeit schlicht aus physischen oder zeitlichen Gründen nicht erledigen und finanziell die Entlohnung einschlägiger Dienstleister nicht stemmen können? An dieses Ignorieren möglicher Bedarfe sollte jeder eventuell Betroffene denken, wenn die Grünen wieder einmal Sprüche bezüglich „altersgerechter Gestaltung“ klopfen.

Kürzlich haben die Grünen noch das (tatsächlich als Bergbaufolge zu interpretierende) temporäre Austrocknen des Rotbachs als Beleg für Klimawandel-induzierte Dürren instrumentalisiert; würden sie ihre eigenen Parolen ernst nehmen, müssten sie die Anlage von Steingärten eigentlich begrüßen, reduzieren diese doch den durch die Bewässerung herkömmlicher Gärten entstehenden Bedarf, der bei Eintreten der von den Grünen verkündeten Schreckensszenarien nicht mehr zu decken wäre. Auch an dieser Stelle sei auf die Verlautbarungen des Weltklimarats aus dem Jahr 2013 verwiesen, denen sich entnehmen lässt, dass für die vormals antizipierte Häufung von Dürrephasen ebenfalls wissenschaftlich belastbare Belege fehlen.

Die grüne Abneigung gegen Steine hätte sich besser gegen eine gigantische, ringsum von weiteren versiegelten Flächen umgebene, triste Steinwüste mitten im Herzen unserer Stadt richten sollen: gemeint ist der Markplatz, sozusagen der Vater aller Steingärten. Angesichts der Tatsache, dass dessen Fläche die summierten Flächen aller in Voerde existierenden und geplanten Steingärten weit übertreffen dürfte, mutet die grüne Initiative wie ein grotesker, schlechter Witz an.

Steingärten müssen bestimmt nicht jedermann gefallen, insbesondere nicht Politikern der Grünen oder der FDP – aber sehr wohl ihren Besitzern, die sie aus guten Gründen anlegten!

Vielleicht mögen die Grünen uns allen ja einmal erklären, an welchen Stellen sie konkret durch Steingärten verursachte Überschwemmungen im Fall von Starkregen-Ereignissen erwarten?

Quellen:

Climate Change 2013 – The Physical Science Basis
Working Group I
Contribution to the Fifth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change
(Abschnitt „Extreme Events“ ab Seite 162 {Seite 178 des PDF-Index})
IPCC snaps the link between wild weather and global warming
Andrew Bolt, Herald Sun
October 4, 2013 11:00pm
[…]
I’ve noted in an earlier post that the latest IPCC report concedes there is little evidence to link global warming to extreme weather events and even admits its past warnings of more droughts were „overstated“.
[…]
Dr. Roger Pielke Jr quotes the findings of the IPCC AR5 WGI Chapter 2 on extremes:
“Overall, the most robust global changes in climate extremes are seen in measures of daily temperature, including to some extent, heat waves. Precipitation extremes also appear to be increasing, but there is large spatial variability” “There is limited evidence of changes in extremes associated with other climate variables since the mid-20th century” “Current datasets indicate no significant observed trends in global tropical cyclone frequency over the past century … No robust trends in annual numbers of tropical storms, hurricanes and major hurricanes counts have been identified over the past 100 years in the North Atlantic basin” “In summary, there continues to be a lack of evidence and thus low confidence regarding the sign of trend in the magnitude and/or frequency of floods on a global scale” “In summary, there is low confidence in observed trends in small-scale severe weather phenomena such as hail and thunderstorms because of historical data inhomogeneities and inadequacies in monitoring systems” “In summary, the current assessment concludes that there is not enough evidence at present to suggest more than low confidence in a global-scale observed trend in drought or dryness (lack of rainfall) since the middle of the 20th century due to lack of direct observations, geographical inconsistencies in the trends, and dependencies of inferred trends on the index choice. Based on updated studies, AR4 conclusions regarding global increasing trends in drought since the 1970s were probably overstated. However, it is likely that the frequency and intensity of drought has increased in the Mediterranean and West Africa and decreased in central North America and north-west Australia since 1950” “In summary, confidence in large scale changes in the intensity of extremeextratropical cyclones since 1900 is low”
Pielke concludes:
Of course, I have no doubts that claims will still be made associating floods, drought, hurricanes and tornadoes with human-caused climate change — Zombie science — but I am declaring victory in this debate. Climate campaigners would do their movement a favor by getting themselves on the right side of the evidence.
In Schottergärten soll durch Wegnahme des Wachstum ermöglichenden Bodens unerwünschter Pflanzenwuchs von vorneherein verhindert werden. Allerdings bilden sich aus Staub, Laub und sonstigem organischem Material nach einigen Jahren keimtaugliche Untergründe oberhalb des Bodenvlieses, und Pflanzensamen werden eingeweht. Zum Hinauszögern dieses Prozesses ist eine regelmäßige Reinigung der Flächen, beispielsweise mit Laubbläsern, nötig. Die Entfernung der Unkräuter zwischen Steinbrocken ist deutlich erschwert, so dass ihre Bekämpfung alternativ durch Abflämmen oder, illegal[5], durch Herbizide erfolgt. Vor allem in feuchten, schattigen Lagen und bei hellen Gesteinen, bildet sich eine störende Patina aus Schmutz und Algen, die durch aggressive chemische oder mechanische Mittel, wie Hochdruckreiniger, entfernt werden muss. Die verwendeten Pflanzen sind nicht immer an das harte, wüstenartige Kleinklima auf den Steinflächen angepasst und müssen mit zusätzlichem Pflegeaufwand erhalten werden. Der für Formschnitte häufig verwendete Buchs ist durch eingeschleppte Schädlinge und Krankheiten extrem pflegeaufwändig geworden. Gartenratgeber empfehlen teilweise, die Schotterflächen nach rund 10 Jahren[6] zu ersetzen, teils auch schon nach drei Jahren[7][8].