Bürgerstammtisch in Möllen am 26.04.2018 (Donnerstag) – Schwerpunkt: Vollsperrung der Dinslakener Straße

Am 26.04.2018 (Donnerstag) findet ab 19:00 Uhr im Gasthaus Möllen (Rahmstr. 123, 46562 Voerde) ein Bürgerstammtisch statt, der schwerpunktmäßig dem Umbau und vor allem der 29-monatigen Vollsperrung der Dinslakener Straße gewidmet ist und zu dem alle interessierten Bürger herzlich eingeladen sind.

Angesicht der enorm langen, sich über fast fast 3 Jahre erstreckenden Vollsperrung droht ein wirtschaftlicher Ruin von Gewerbetreibenden, die von einem bedeutenden Teil ihrer Kundschaft abgeschnitten werden. Kommt es zu Geschäftsaufgaben, könnte ein Domino-Effekt einsetzen, der die gesamte Nahversorgung in Möllen gefährdet. Davon wären in besonderer Weise die weniger mobilen Einwohner betroffen, die auf Versorgungsmöglichkeiten in fußläufiger oder mit dem Fahrrad zu bewältigender Entfernung angewiesen sind.

Die Dinslakener Straße ist keine reine Anwohnerstraße (bei der eine mehrjährige Vollsperrung notfalls hingenommen werden könnte), sondern eine bedeutende innerstädtische Nord-Süd-Verbindung. Ihr bevorstehender Rückbau ist komplett widersinnig, weil der künstlich behinderte Verkehrsfluß zu einer steigenden Abgas- und Lärmbelastung und damit zu einer Senkung der Lebensqualität der unmittelbar betroffenen Anwohner führt, die für die Finanzierung dieser für sie mit schweren Nachteilen verbundenen Lösung „zum Dank“ auch noch mit explodierenden Kosten belastet werden.

Neben den direkten Anwohnern sind aber auch Pendler aus den angrenzenden Quartieren und die bereits eingangs erwähnten Kunden der Gewerbetreibenden von der Vollsperrung massiv betroffen. Angesichts dieses offensichtlichen Zusammenhangs sind wir Liberalen entsetzt über die Informationspolitik von Kreis und Stadt, die sich auf die auschließliche Unterrichtung der unmittelbar betroffenen Anlieger beschränken. Trotz der unzähligen heiligen Eide, auf Transparenz und Bürgerbeteiligung zu achten, werden die Interessen mittelbar Betroffener bewußt ignoriert, um sich nur ja nicht mit der zu erwartenden und absolut berechtigten Kritik auseinandersetzen zu müssen (diese Einschätzung stammt übrigens aus dem Bericht des zwischenzeitlich von der Werbegemeinschaft Möllen beauftragten Anwalts).

Unseres Erachtens basiert der damalige, gegen unseren Widerstand zustande gekommene Ratsbeschluss auf unvollständigen Informationen, da sich den seiner Vorbereitung dienenden Unterlagen (bspw. der Drucksache 16/0525) nicht entnehmen liess, dass mit der geplanten Maßnahme eine langfristige Vollsperrung verbunden ist, die perspektivisch zu einem Kollaps der Nahversorgung eines ganzen Stadtteils führen kann.

Zudem muss aus unserer Sicht dringend geklärt werden, wie es um die Erreichbarkeit der von der Vollsperrung tangierten Gebiete durch Einsatzkräfte (Notarzt bzw. Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei) steht – entsprechende, belastbare Angaben vermissen wir bislang.


Das Resultat: Das einstmals mit 2,6 Millionen Euro geplante Projekt soll jetzt 3,5 Millionen Euro kosten. Der Anteil, den die Stadt Voerde für den Ausbau von Gehwegen und Beleuchtung zu tragen hat, stieg von 306 000 auf 596 000 Euro an. Davon entfallen 351 000 Euro auf die Anlieger der Dinslakener Straße.[…] Zur geplanten Vollsperrung wurde direkt Kritik im Saal laut. „Die Fahrbahn ist nicht breit genug für eine Einbahnstraßenregelung“, erklärte Ingo Jansen vom zuständigen Ingenieurbüro Kottowski die Lage. „Aber diese Regelung verkürzt auch die Baumaßnahme und spart dadurch Kosten.“ Während der Maßnahmen sollen die Anwohner aber weiterhin die meiste Zeit über ihre Häuser erreichen und ihre Einfahrten nutzen können. […] Doris Pajenberg von der Stadt Voerde erläuterte, was an Kosten auf die Anwohner zukommen könnte. Nach exemplarischen Berechnungen könnten dies, je nach Grundstücksgröße und erlaubter Bebauungsart, zwischen 600 und 4000 Euro werden. „Diese Zahlen können sich allerdings noch verändern“, erklärte Doris Pajenberg.

Umbau der Dinslakener Straße in Voerde soll im Mai starten“ (NRZ vom 12.01.2018)