Stellungnahme zur Bebauung des Geländes der Pestalozzi-Schule

In der gestrigen Sitzung des Stadtrates wurde über die Bebauung des Geländes der Pestalozzi-Schule entschieden. FDP und  CDU konnten sich mit ihrer Präferenz für die Variante A1 (ohne sozialen Wohnungsbau) nicht gegen die Ratsmehrheit der anderen Parteien durchsetzen, die für die Variante B2 (mit sozalen Wohnungsbau) stimmten. Für unsere Position sprechen unseres Erachtens folgende Punkte:

Den Bedarf für weitere 34 Einheiten des sozialen Wohnungsbaus (B2) zusätzlich zu denen, die im Zuge des bereits initiierten Projekts am Kempkenskath entstehen werden, vermögen wir nicht zu erkennen, zumal er im Vorfeld der Entscheidung weder systematisch ermittelt noch kommuniziert wurde. An das zu entwickelnde Areal, das angesichts seiner nahezu idealen Lage durchaus als kommunales Filetstück bezeichnet werden kann, schließt sich im von der Alexanderstraße, der Bahnhofstraße sowie von der B8 umgrenzten Areal unmittelbar ein innerstädtisches Quartier mit verdichteter Bebauung und einem infolgedessen sehr großen Bestand von (teils günstigen) Wohnungen an, in dem es augenscheinlich (!) auch Leerstände gibt.

Da – wie allseits beklagt – die Einzelhandelslandschaft in der Voerder Innenstadt zunehmend verödet, halten wir es für widersinnig, gerade dort auf die Ansiedelung derjenigen Menschen zu verzichten, deren Kaufkraft dieser Entwicklung entgegen wirken könnte. Es macht auch nicht den geringsten Sinn, das Immobilien-Angebot für diese potentiellen Interessenten künstlich (da politisch motiviert) zu verknappen. Werden dieser Gruppe attraktive, neu zu schaffende Optionen geboten, führen die damit einhergehenden Umzüge ebenfalls zur Entlastung des städtischen Wohnungsmarktes – eines Wohnungsmarktes zudem, der in Voerde im Hinblick auf „bezahlbare Mitwohnungen“ ohnehin nicht angespannt ist, wie eine grob orientierend durchgeführte Recherche mit Hilfe der einschlägig bekannten Portale zeigte. Die erfolgreiche Vermarktung der Bauprojekte im Bereich der Grünstraße beweist, dass es in Voerde eine relevante Nachfrage nach Wohnraum gibt, der oberhalb der Kategorie „sozialer Wohnungsbau“ angesiedelt ist.

Hinzu kommt, dass die von uns bevorzugte Variante finanziell deutlich vorteilhafter für die Stadt gewesen wäre. Die Versprechen der anderen Parteien, mit allen Mitteln dafür zu sorgen, dass die Steuer- und Abgabenlast (Stichwort Grundsteuer) möglichst niedrig bleibt bzw. wird, werden so als substanzlose, der Wählertäuschung dienende Hohlphrasen entlarvt. Wer ohne wirkliche Not auf Einnahmen verzichtet bzw. zusätzliche Kosten in Kauf nimmt, dokumentiert nur, dass ihm die Steuerlast der Bürger herzlich egal ist.