Dinslakener Straße: mehr Lärm und Dreck durch Tempo 30

Die Grünen möchten, dass nach dem Umbau der Dinslakener Straße dort ein nächtliches Tempolimit von 30 km/h etabliert wird – angeblich, um die  „(Lärm)Emissionen zu senken und die Sicherheit zu erhöhen“. Einmal mehr leugnen die Grünen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, zudem ignorieren sie gar nicht mehr so neue technische Entwicklungen.

Das EU-Projekt „HEAVEN“ und weitere aktuelle Studien (bspw. „iq mobility“ sowie eine Studie des TCS Schweiz) konnten zeigen, dass im Ortsbereich auf Strecken vom Typ der Dinslakener Str. „Tempo 30“ zu einer Zunahme (!) der Abgas-Emissionen bei allenfalls marginaler, für das menschliche Gehör nicht mehr wahrnehmbarer Lärmreduktion führt. Wird nicht gleichzeitig der Verkehrsfluß optimiert (d.h.: Hindernisse beseitigt), steigt die Lärmbelastung durch Tempo 30 sogar an. Die Grünen favorisieren bekanntlich einen „Rückbau“ der Dinslakener Straße und die damit einhergehende Störung des Verkehrsflusses – die zusätzliche Einführung von „Tempo 30“ wird also sowohl die Lärm- als auch die Abgasbelastung der Anwohner vergrößern und nicht etwa verringern (wie die Grünen fälschlich behaupten).

Mehr Dreck und mehr Lärm wegen Tempo 30 (Basler Zeitung)
Eine Studie vom TCS beider Basel kommt zum Schluss, dass der der Benzinverbrauch bei der Herabsetzung von Tempo 50 auf Tempo 30 um 20 Prozent zunimmt. Und auch die Lärmziele werden häufig nicht erreicht.
[…]
Die neueste Studie, die der TCS Schweiz in Auftrag gegeben hat, besagt ziemlich das Gegenteil der landläufigen Meinung. «Die Erhebungen zeigen klar, dass der Verbrauch von Benzin und Diesel im Mittel bei der Herabsetzung von Tempo 50 auf Tempo 30 um 20 Prozent zunimmt. Zudem nehmen die Stick­oxid-Emissionen um rund fünf Prozent zu. Das Resultat war selbst für den TCS überraschend. Laut der TCS-Studie kommt es in Tempo-30-Zonen häufiger zu Brems- und Beschleunigungsphasen. Daraus resultieren nicht nur negative Effekte für die Lärmreduktion, ebenso würde der Benzinverbrauch erhöht. Die Messungen, welche die Tempo-30-Befürworter bisher herangezogen hätten, seien bei konstanter Fahrt erfolgt und hätten zu optimistischen Resultaten geführt.

Studie: Tempo 30 bringt Umwelt nicht viel (ORF)
Tempo 30, so das Ergebnis der Berechnungen, hat keinen positiven Effekt auf die Luftqualität oder auf den Kraftstoffverbrauch. „Bauliche Verkehrsberuhigungen, also etwa Schwellen, erhöhen den Emissionsausstoß gegenüber Tempo 50 sogar deutlich durch den Stop and Go-Verkehr“, berichtete Geringer.

Um die betroffenen Bürger im Bereich der Dinslakener Straße wirksam von Lärm und Abgasen zu schützen, halten wir Liberale daher folgende Maßnahmen für sinnvoll(er), deren Wirksamkeit in Studien und Erfahrungsberichten eindrucksvoll bestätigt werden konnte:

  1. Beseitigung von Hindernissen für den Verkehrsfluß im Zuge des Umbaus der Dinslakener Straße, denn die größte Lärmbelastung geht von Brems- und anschließenden Beschleunigungsmanövern aus.
  2. Ausbringung von sog. „Flüsterasphalt“ (offenporiger Asphalt – OPA) im gesamten umzubauenden Bereich; dessen Einsatz führt (im Gegensatz zu Tempo 30) zu einer erheblichen, tatsächlich wahrzunehmenden Lärmreduktion – und zwar nicht nur nachts, sondern 24 Stunden täglich. Daneben erhöht er die Sicherheit bei Nässe (ein Anliegen, das den Grünen angeblich ebenfalls am Herzen liegt). Die Nachbarstadt Duisburg konnte bereits durchweg positive Erfahrungen mit „Flüsterasphalt“ sammeln.
  3. Konsequente Verfolgung und Bestrafung von Rasern. Verschiedentlich wurde (nicht nur in den sozialen Netzwerken) beklagt, dass vor allem Raser zur nächtlichen Lärmbelastung beitrügen. Sollte dieses Problem auch nach dem Umbau fortbestehen (womit leider zu rechnen ist), müssen engmaschig Kontrollen durchgeführt und einschlägige Verstösse geahndet werden (und das nicht in Gestalt von absolut sinnlosen, alljährlich angekündigten PR-Maßnahmen wie den rot-grünen „Blitzermarathons“). Kollektivstrafmaßnahmen nach dem Motto „Alle sollen 30 fahren, weil es eine kleine Minderheit von Rasern gibt“ sind nicht nur hier ein grundsätzlich falscher, widersinniger Ansatz.

Politik zum Vorteil der Bürger muss sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützen und den aktuellen Stand der Technik berücksichtigen. Vorgestrige Rezepte aus der politischen Mottenkiste, Gängelung und Bevormundung bewirken nicht nur keine Verbesserung im Hinblick auf die Belastung durch Lärm und Abgase, sondern führen im Gegenteil sogar zu einer Verschlechterung der Situation; aus diesem Grund wenden wir Liberalen uns gegen solche Bestrebungen.


Weitere Informationen zum Thema:

 

Keine Vorteile für die Umwelt durch Tempo 30 (ADAC)

Ein lärmarmer Straßenbelag verringert den Verkehrslärm um 4 dB(A) – dies ist ein wirksamer Beitrag zum Lärmschutz!

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Asphalt#Offenporiger_Asphalt

Offenporiger Asphalt (kurz OPA bzw. englisch Porous Asphalt, PA) wird auch als Drainasphalt (teilweise auch Dränasphalt), Flüsterasphalt bzw. Flüsterbelag oder lärmoptimierter Asphalt bezeichnet.
[…]
Insgesamt bildet sich auf der Fahrbahnoberfläche durch all diese Maßnahmen nur ein sehr dünner Wasserfilm. Dies hat erhebliche positive Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit: Zum einen verringert sich die Sprühfahnenbildung, was zu wesentlich besseren Sichtverhältnissen führt, und zum anderen wird die Aquaplaning-Gefahr deutlich reduziert.
[…]
Der hohe Anteil an Hohlräumen absorbiert außerdem den Schall der Fahrgeräusche und verhindert teilweise überhaupt deren Entstehung (durch Luftableitung), weshalb er auch Flüsterasphalt genannt wird.
[…]
In den Medien wurde oft berichtet, dass offenporiger Asphalt, speziell der sogenannte Flüsterasphalt, eine geringere Griffigkeit habe und damit ein Problem für die Verkehrssicherheit darstelle. Bei intaktem OPA sind diese Behauptungen falsch.

 

Neuer Asphalt gegen den Straßenlärm in Duisburg (IKZ-online)

Straßensanierung mit Lärmminderung ist in Duisburg das große Ding, wenn es um Baumaßnahmen geht, die mit Hilfe der Kommunalen Investitionsoffensive des Bundes bezahlt werden. Etwa die Hälfe des 80-Millionen-Euro-Topfes wird in Duisburg für Straßensanierungen ausgegeben. Weil der Bund nur unter bestimmten Kriterien wie beispielsweise Lärmbekämpfung Geld geben darf, laufen alle Straßenbaumaßnahmen in Duisburg unter der Überschrift Lärmminderung, auch wenn allen klar ist, dass vor allem die maroden Straßen auf Vordermann gebracht werden sollen. Dass die Fahrgeräusche gemindert werden, ist eher ein angenehmer Nebeneffekt.

 

Streit über nächtliches Tempo 30 (Frankfurter Rundschau)

Kritisch sieht auch die Industrie- und Handelskammer Frankfurt nächtliche Tempolimits auf Hauptverkehrsstraßen. Regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen bei Tempo 50 könnten ebenfalls zu einer ausreichenden Lärmreduzierung führen, sagte Alexander Theiss, Geschäftsführer Standortpolitik, der FR. Besser als Tempo 30 anzuordnen, sei es zudem, lärmmindernden Asphalt einzusetzen, die Ampelschaltungen zu optimieren und Lärmquellen wie lose Kanaldeckel oder Schlaglöcher zu beseitigen.