Kein Wunder, dass da jemand gestresst ist…

Mit dem Hinweis, dass ihn die FDP Voerde „stresst“, jammert ein Vertreter der Grünen über die seiner Meinung nach fehlende Medienkompetenz und eine von ihm herbeiphantasierte Rechtslastigkeit der FDP Voerde.

Um seine Thesen zu belegen, beruft er sich ausgerechnet auf das rechtslastige (!) Blog sciencefiles.org. Auf PSIRAM gibt es einen erhellenden Thread zu dieser von rechten Verschwörungstheoretikern und nun offenbar auch von manchen Grünen hochgeschätzten Quelle: „SCIENCEFILES und Michael Klein„. Herrlich, diese (wenn auch unfreiwillige) grüne Realsatire. Davon abgesehen: am Inhalt bzw. an den im Artikel erwähnten Fakten hat der rechtschaffen Empörte nicht das Geringste auszusetzen, denn sonst hätte sich die Kritik gewiss dagegen gerichtet – und nicht ad hominem gegen den Verfasser, der wesentlich kompetenter als sein Kritiker ist.

Als zusätzlicher Stressor wirkt sicherlich der Umstand, dass sich wieder einmal die Realität gegen die Grünen verschworen hat: der „Welt„-Artikel „Die „Dunkelflaute“ bringt Deutschlands Stromversorgung ans Limit“ ist inhaltlich weitgehend identisch mit dem attackierten Beitrag. Gleiches gilt für Texte der „Rheinischen Post“ (Zu wenig Wind und Sonne – Deutsches Stromnetz schrammt am Blackout vorbei), der „Sächsischen Zeitung“ (Dunkelflaute über Deutschland) oder der „Westfälischen Nachrichten“ (Problemfall „Dunkelflaute“). Aber wer weiß – vielleicht gehören ja alle diese Medien ebenfalls zu den finsteren rechten Hetzblättern, von denen sich manch ein Möchtegern-Zensor umzingelt wähnt?

Damit ist die grüne Lachnummer aber noch nicht zu Ende: dass die FDP Voerde „The European“ als Quelle benutzt, mißfällt dem Top-Medienkompetenzler ebenfalls. Nun gut, da muss man ihm (zumindest teilweise) ausdrücklich zustimmen, schließlich haben in diesem Debattenmagazin tatsächlich Menschen mit offenbar höchst zweifelhafter Reputation (Zitat: „befremdlich“) Artikel veröffentlicht – bspw. Katring Görin-Eckart (Grüne),  Rebecca Harms (Grüne), Monika Lazar (Grüne), Eva Lichtenberger (Grüne), Malte Spitz (Grüne), Boris Palmer (Grüne) und daneben noch Politiker der Linken, der SPD, der Union und der FDP. Chefredakteur des „The European“ ist übrigens Oswald Metzger, der früher selbst ein Grüner war (der wird schon wissen, warum er 2008 zur CDU gewechselt ist). Befremdlich, dass der Voerder Grüne seine eigenen Parteifreunde auf diese Weise diffamiert. Aber andererseits – er kennt diese Leute und seine Partei natürlich viel besser als wir, von daher sollten wir uns auf sein Urteil verlassen. Wie auch immer: so sieht also grüne „Medienkompetenz 2.0“ aus, die anderen abgesprochen wird – was genau genommen das denkbar aufrichtigste Kompliment für all jene ist, deren durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne 4 Sekunden übersteigt und die beim Lesen mehr als nur Schlagzeilen und blinkende Grafiken intellektuell bewältigen können.

Es ist bedauerlich, dass der um die Medienkompetenz anderer so ehrlich besorgte Bürger sich ausschließlich von uns Liberalen „stressen“ lässt – und nicht etwa von der Tatsache, dass die Politik seiner Partei und deren „fachmännisches“ Wirken im Aufsichtsrat der Sparkasse unsere Stadt in das finanzielle Desaster geführt haben, mit dessen gravierenden Folgen sich die Bürger nun in Gestalt von Steuererhöhungen und Investitionsstaus konfrontiert sehen.

In dieser Tirade manifestiert sich wohl das komplette inhaltliche Vakuum der Voerder Grünen: deren (pseudo)politische Betätigung erschöpft sich in der Abarbeitung an der FDP und darin, zur Hexenjagd gegen vermeintlich „rechte“ Medien zu blasen, in denen aber dummerweise auch ihre Parteifreunde publizieren. Das sind wirklich die wichtigsten Probleme, die die Voerder Bürgerinnen und Bürger belasten.

Schon bei der Landtagswahl am 14. Mai 2017 haben Sie als Wähler jedoch die Gelegenheit, den Grünen den redlich verdienten Denkzettel zu verpassen.


PS:
Ganz grundsätzlich kann man sich auch einmal die Frage stellen, ob Vertreter einer Partei, die maßgeblich für die erste Beteiligung Deutschlands an einem Angriffskrieg nach dem Ende des 2. Weltkriegs verantwortlich ist, dazu berufen sind, sich als moralische Instanz für den „Kampf gegen rechts“ aufzuspielen. Immerhin wurde dieser mit propagandistischen Falschbehauptungen scheinlegitimierte Krieg (WDR-Dokumentation dazu) gegen ein Land geführt, das zu den ersten Opfern des verbrecherischen NS-Regimes zählte. Auf eine Entschuldigung seitens der Grünen warten die Kriegsopfer bis heute vergeblich. Hätte der ehemalige (inzwischen leider verstorbene) FDP-Außenminister Westerwelle seinerzeit nicht interveniert, hätten die Grünen uns auch noch in den Angriffskrieg gegen Libyen gehetzt.Tja, so sehen also die ethischen Standards von Menschen aus, die sich als Sittenwächter von eigenen Gnaden gebärden.


PPS:
Komisch – warum nur drängt sich zum Thema „gestresst durch die FDP“ ausgerechnet diese Assoziation auf?

https://youtu.be/rJzFov98PAw