Plakataktion der Linken / Kürzung der Zuschüsse an die AIDS-Hilfe

Aktuell thematisieren die Linken auf Plakaten, dass die Arbeit der AIDS-Hilfe im Kreis Wesel durch Union, Grüne und FDP / VWG erschwert wird.

Hintergrund: „Nach 29 Jahren vor Ort: AIDS-Hilfe schließt ihre Beratungsstelle in Wesel zum Jahresende (Radio KW)“

Kürzungen im Kreishaushalt sorgen zwar erstmal nicht dafür, dass jemand gekündigt werden muss. Allerdings wird die Person, die sonst in Wesel war nach Duisburg abgezogen. Hier können alle, die Beratungsbedarf haben auch anrufen. Auch mit Schulen im Kreis können Termine vereinbart werden. Es gibt halt nach 29 Jahren keinen Ansprechpartner mehr vor Ort. Unabhängig davon gibt es bei den Gesundheitsämtern weiter die Möglichkeit der Beratung bei Tests auf Geschlechtskrankheiten. In Wesel einmal im Monat und in Moers jede Woche einmal.

Es ist zutreffend, dass die freiwilligen Leistungen des Kreises (zu denen eben auch die Zuschüsse an die AIDS-Hilfe zählen) auf Betreiben der 3 genannten Fraktionen im Zuge der Sparanstrengungen reduziert wurden, mit deren Hilfe eine Senkung der Kreisumlage erreicht werden soll. Wir hoffen so, die Steuerlast für die Bürger des Kreises bzw. seiner Kommunen verringern zu können.

Von der Theorie her haben die Linken nicht gänzlich unrecht: in einer idealen Welt mit unbegrenzten Mitteln könnten alle möglichen Einrichtungen bis in alle Ewigkeit großzügig bedacht werden.

Nur leben wir leider nicht in einer solchen Welt – tatsächlich wird jeder vom Kreis in Gestalt von freiwilligen Zuschüssen verteilte Euro zuvor den Steuerzahlern in der einen oder anderen (Steuer-)Form „weggenommen“. Angesichts der bekannten finanziellen Nöte des Kreises und seiner Kommunen (allen voran: Voerde!) sind Überlegungen zum möglichst effizienten Einsatz knapper Mittel zwingend geboten.

Hinsichtlich der AIDS-Hilfe sahen diese Überlegungen wir folgt aus: in den vergangenen 29 Jahren hat die AIDS-Hilfe zweifellos enorme Verdienste im Kampf gegen die HIV-Infektion und das durch sie verursachte, mittlerweile jedoch glücklicherweise selten gewordene Vollbild (Endstadium) „AIDS“ erworben.

Jedoch ist die Zeit nicht stehen geblieben: dank des medizinischen Fortschritts kann in den allermeisten Fällen die Infektion durch eine medikamentöse Dauertherapie so unter Kontrolle gehalten werden, dass die Lebenserwartung und -Qualität Infizierter sich kaum noch von der Nicht-Infizierter unterscheidet (mittlerweile wird sogar von Hoffnungen auf eine zukünftig mögliche Heilung gesprochen). Die unablässige, von vielen Seiten betriebene Aufklärung hat zudem dazu geführt, dass die unselige soziale Stigmatisierung Infizierter weitgehend der Vergangenheit angehört.

Dank des Internets – für einen Großteil der Bevölkerung mittlerweile die erstrangige Quelle von Informationen –  verfügen Betroffene heute über eine schier unerschöpfliche Quelle einschlägiger Informationen (Links zu einigen wenigen von unzähligen Angeboten zum Thema folgen weiter unten).

Alle diese Ergebnisse eines kontinuierlichen gesellschaftlichen bzw. medizinischen Entwicklungsprozesses können und dürfen bei der Planung der Mittelvergabe nicht außer Acht gelassen werden, zumal der Kreis Wesel selbst Beratung zum Thema HIV/AIDS sowie die Durchführung entsprechender Test anbietet (Links folgen unten). Daneben wirken auch andere Einrichtungen des Gesundheitswesens (Praxen, Ambulanzen, Kliniken, medizinische Versorgungszentren etc.) an der Vermittlung von Informationen bzw. der Betreuung der Ratsuchenden mit.

Kurz gesagt: die Versorgung der Betroffenen mit Rat und Tat ist auf vielfältige Weise gesichert, die Finanzierung von redundanten Strukturen ist vor dem Hintergrund der Pflicht zum sparsamen Umgang mit den Geldern der Bürger und der sinkenden Inanspruchnahme der Weseler Beratungsstelle nicht mehr zu rechtfertigen. Diese Einschätzung führte zum Entschluß, die freiwilligen Zuschüsse zu kürzen.


AIDS-Beratung und HIV-Test (Kreis Wesel)

47441 Moers, montags 14:00 – 16:00 Uhr
Mühlenstr. 9 – 11
Raum 40
Der Zugang ist separat von der Mühlenstraße aus über den Nebeneingang an der rechten Gebäudeseite möglich.
Tel.: 0 28 41 / 202 1040

46483 Wesel, jeden ersten und dritten Dienstag 14:00 – 15:30 Uhr
Jülicher Str. 6
Raum 016
Tel.: 02 81 / 207 – 7401