Groteske Subventionierung der Elektromobilität / Wo kommt eigentlich der Strom dafür her?

Bekanntlich hat die schwarz-rote Bundesregierung ein unsoziales Subventionsprogramm zur Förderung der Elektromobilität auf den Weg gebracht – alle wesentlichen Punkte dazu hat bereits Roland Tichy in diesem sehr lesenwerten Artikel zusammengetragen:

Elektro-Autos sind das neue Spielzeug der Superreichen und das ideale Lifestyle-Produkt […] Denn warum sollen wir Steuerzahler dafür bezahlen, dass besonders wohlhabende Steuerzahler oder die Liebhaber bestimmter Autotypen sich noch ein neues Auto mehr in die Garage stellen?

Auffallend ist, wie wenig insbesondere von „grünen“ Propagandisten der Elektromobilität hinsichtlich der Frage zu hören ist, woher eigentlich der Strom für die Elektrifizierung des Verkehrs kommen soll.

Der gesamte deutsche Kraftwerkspark (konventionell wie „regenerativ“) deckt einen (Strom-)Bedarf von ca. 1.854 Petajoule; 74,2 % stammen dabei aus nicht-regenerativen Qellen (überwiegend Kohle und Kernkraft).

Kraftstoffe hingegen decken einen um 38% darüber liegenden Bedarf von 2.548 Petajoule. Um die derzeit noch in Betrieb befindlichen konventionellen Kraftwerke zu ersetzen (von den Kernkraftwerken ganz zu schweigen), muss ein vielfaches ihrer Leistung in Gestalt von Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen installiert werden (schließlich wird Strom auch nachts und/oder während längerer Flauten benötigt – im Dezember 2013 hat es bspw. deutschlandweit eine mehrwöchige Flaute gegeben, gleichzeitig konnte die Photovoltaik lediglich 2-3 Stunden täglich geringste Beiträge leisten).

Der Ersatz konventioneller Kraftwerke durch „erneuerbare“ Energiequellen kann auch nur dann funktionieren, wenn es ausreichend dimensionierte Speicher gibt, die derzeit nicht einmal in Form von theoretischen Konzepten in Sicht sind. Damit wäre dann „nur“ der ohnehin schon existierende Strombedarf mit Ach und Krach befriedigt. Würde zusätzlich noch der Verkehr weitgehend oder auch nur teilweise „elektrifiziert“, würde mindestens (!) noch einmal ein vergleichbarer Zubau erforderlich werden – und zwar ebenfalls in mehrfach redundanter Weise, um die regelhaften nächtlichen und unvorhersehbar witterungsabhängigen Engpässe ausgleichen zu können. Die dadurch entstehenden Kosten wären albtraumhaft hoch.

Dazu kommt noch ein wirklich ärgerliches Problem mit der Mathematik: derzeit ist in Deutschland eine Kraftwerksleistung von 199,2 GW installiert – diese reicht gerade aus, um unseren gegenwärtigen Strombedarf zu decken. Die rechnerische Maximalleistung (!) der Windkraft beträgt in Deutschland ca. 357 GW (angesichts ihres lachhaften Potentials und der halbtägigen Nicht-Verfügbarkeit kann die Photovoltaik vernachlässigt werden). Diese 357 GW Maximalleistung setzen übrigens voraus, dass alle auch nur halbwegs geeigneten Flächen in Deutschland mit Windkraftanlagen zugepflastert werden – einschließlich der Natur- und Landschaftsschutzgebiete (ist doch egal, wenn da massenhaft Schneisen geschlagen und Versorgungswege angelegt werden müssen, oder? Wofür steht die Farbe „grün“ noch einmal bei dieser Lobbyistentruppe?). Da der durch Kraftstoffe gedeckte, neu hinzukommende Bedarf um 38% über dem gegenwärtig durch die Stromerzeugung gedeckten liegt (etwa einer Leistung von 275 GW entsprechend), kann das schon rein rechnerisch nicht hinhauen (199 + 275 = 474 GW).

Zudem: die konkret nutzbare Leistung beträgt allenfalls einen Bruchteil der Maximalleistung, da der Wind bekanntlich nicht immer und überall und dann leider auch nicht mit stets konstanter Stärke weht. Das bedeutet, dass wir ein vielfaches der aktuell verfügbaren 199,2 GW Leistung an Windkraftanlagen benötigen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten – und zwar nur auf den aktuellen Strombedarf bezogen, ohne zusätzliche Deckung des Bedarfs eines weitgehend oder auch nur teilweise elektrifizierten Verkehrs. Die Versorgungssicherheit wäre allerdings selbst bei grotesk überdimensionierter Windkraftleistung nicht garantiert, weil es noch keine adäquate Speicherkapazitäten gibt (noch nicht einmal Technologien; evtl. hat die Methanisierung ein gewisses Potential, denn es existiert bereits eine hervorragend ausgebaute Infrastruktur – Kavernen, Pipelines etc.).

Das bedeutet: die Windkraft kann rechnerisch nicht einmal den aktuellen Strombedarf decken, von der Versorgungssicherheit ganz zu schweigen. Zusätzlich dazu den verkehrsbedingten Energiebedarf zu decken, ist schon mathematisch und angesichts fehlender Speicher(technologien) auch technisch nicht möglich. Eines Tages könnte evtl. die Kernfusion dieses Probleme lösen – aber gegen die wird von den Grünen im Auftrag ihrer Sponsoren aus der „erneuerbare Energien“ – Branche ja ebenfalls mit an den Haaren herbeigezogenen Märchen Stimmung gemacht (Physik ist eben kein Schwätzerfach).


84 Prozent der Besitzer eines Fahrzeugs mit reinem Elektroantrieb (BEV) besitzen noch einen weiteren Pkw. […] Mehr als die Hälfte der privaten Nutzer gab an, wegen der eingeschränkten elektrischen Reichweite keine Wochenend- und Urlaubsfahrten mit dem E-Fahrzeug durchführen zu können. Hierfür wird meist ein konventionell angetriebener Pkw des Haushalts eingesetzt. […] Der typische Elektrofahrzeugnutzer ist ein gebildeter Mann um die 51 Jahre mit höherem Einkommen.

Zahlen zum Energieverbrauch:

Mehr Windkraftanlagen bedeuten mehr Energieausbeute? Nicht unbedingt, glaubt man den Simulationen des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena. Sie zeigen, dass ab einer bestimmten Dichte und Größe von Windparks die Energieausbeute stagniert. […] Mit den in die Simulation einfließenden Windparks ist laut Berechnungen der Forscher mit einer Energieausbeute von nur einem Watt pro m2 für die Region zu rechnen. Dieser Wert liegt erheblich unterhalb früherer Prognosen.

Der Wind ist eine schier endlose Energiequelle – seine Nutzung für die Stromproduktion hat aber Grenzen. Der Maximalwert ist viel geringer als der, von dem bisher ausgegangen wurde. Und: Je mehr Windräder, desto weniger Strom produziert die einzelne Turbine. […] Übertragen auf die Fläche Deutschlands ergäbe sich ein Maximalwert von gut 357 Gigawatt

Sie liefern den größten Anteil erneuerbarer Energie: Windparks. Doch die Technologie stößt schneller an ihre Grenzen als bislang gehofft – stehen Windräder nah beieinander, bremsen sie sich gegenseitig aus.

Derzeit (Stand 10.11.2015) sind Erzeugungsanlagen mit einer Netto-Nennleistung von insgesamt rund 199,2 Gigawatt (GW) installiert.  […] Dieses Leistungsangebot steht dem Strommarkt jedoch nicht jederzeit zur Deckung der Nachfrage zur Verfügung, sondern ist von den Wetterverhältnissen abhängig. Die Versorgung sichern fast ausschließlich konventionelle Kraftwerksanlagen. Nach dem Stand von 2015 erzeugen konventionelle Energieträger 74,2 Prozent des Stroms in Deutschland.“

Die Produktion von Solar- und Windstrom ist Anfang Dezember fast völlig zum Erliegen gekommen. […] Wind und Sonne tragen zuweilen über weite Zeiträume fast nichts zur Stromversorgung bei. Als der Orkan „Xaver“ abgezogen war, setzte eine Flaute mit Hochnebel ein. In der Erzeugungskurve der zweiten Dezemberwoche wird der Windkraft-Anteil zu einer hauchdünnen Linie. Auch die Solaranlagen produzieren nur für zwei oder drei Stunden am Mittag minimale Mengen. Konventionelle Kraftwerke, in der Grafik die große graue Basis, mussten die ganze Woche über die Last der Stromversorgung fast allein tragen. In Zeiten typischer winterlicher Hochdrucklagen kann eine solche Situation auch mal zwei Wochen anhalten. Der Beitrag von Biomasse- und Geothermie-Anlagen ist so gering, dass er in diesem Grafikmaßstab nicht gezeigt werden kann. Die aktuell verfügbaren Pumpspeicher könnten Deutschland vier oder fünf Stunden lang mit Strom versorgen, nicht aber eine ganze Woche.