Presseerklärung zur Deichsanierung Mehrum 3) bzw. zum Verhalten der Stadtverwaltung

Die Erklärung des Leiters des Planungsamtes, wie die Stadt Voerde mit der genannten Deichsanierung Mehrum 3) umgehen will, muss den interessierten Bürger, insbesondere den in Götterswickerhamm, erschrecken.

Schon vor etwa 20 Jahren oder früher begann in Götterswickerhamm die Diskussion darüber, wie denn das Dorf – damals schon mit Recht Perle am Niederrhein genannt – aussehen könnte oder sollte. Als damaliger Vorsitzender des Fördervereins Baudenkmal Kirche Götterswickerhamm habe ich an einigen dieser Gespräche teilgenommen. Es gab dazu auch interessante Zeichnungen. Die allgemeine Meinung war die, dass auch bezüglich der Finanzierung eine vernünftige Lösung nur im Zusammenwirken Deichverband / Stadt Voerde gefunden werden könne.

Offensichtlich sind diese Gespräche nicht mit dem nötigen Ernst fortgesetzt worden und im Sand verlaufen. Anders ist die genannte Erklärung nicht zu verstehen. Damit aber hat die Stadt Voerde eine große Chance für eine gute Lösung vertan. Es wird dabei nicht verkannt, dass die Federführung beim Deichverband liegt; die Stadt Voerde hätte aber ihre „gute“ Beziehung zur „grünen“ Bezirksregierung nutzen und so dafür sorgen müssen, dass zumindest ein der Besonderheit des Rheindorfes Götterswickerhamm als Naherholungsgebiet entsprechender Vorschlag in das Verfahren einbezogen wird. Es bleibt unerklärlich, warum das nicht geschehen ist. Der für dieses Verhalten verantwortliche Beigeordnete wird dies nachvollziehbar zu begründen haben.

Befremden muss auch die weitere Erklärung, die Stadt Voerde arbeite gerade an ihrer Stellungnahme, die sie in den nächsten Tagen auf ihrer Homepage zu veröffentlichen hofft. Das bedeutet doch schlich und einfach, dass sie bisher im Verhältnis zu der Aufsichtsbehörde in dieser Sache nicht tätig geworden ist. Und das ist schlecht; denn jeder kundige Bürger weiß, dass es sehr schwer ist, von einer einmal veröffentlichten Planung „aus dem Stand“ zu einer neuen Lösung zu kommen. Auch wird es zunehmend schwieriger, die von einem Landesminister bei einem früheren Besuch in Voerde in Aussicht gestellte Finanzierung erneut abzurufen.

Ich fürchte, dass wir wegen eigener Versäumnisse unserer doch sonst so öffentlichkeitswirksamen Verwaltung keine Lösung des Problems erzielen, wegen der wir andere Rheinanlieger- Gemeinden beneiden (z.B. Büderich, Rees, Emmerich u.a.). Es gilt auch hier immer noch der Grundsatz „ von nichts kommt nichts“.

Es bleibt deshalb nur noch der dringende Aufruf an alle, die das noch nicht getan haben und gegen die Mauerlösung sind, bis zum 21. Juli 2015 von ihrem Recht, Einwendungen gegen die vorgesehene Maßnahme zu erheben, Gebrauch zu machen (weiter unten finden Sie den Text meiner Einwendung). Vielleicht kann so noch eine erträgliche Lösung erzielt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Benninghoff
Mitglied des Rates der Stadt Voerde