„Ehren“amt

Die aus den Räten gewählten Mitglieder des Verwaltungsrates der fusionierten Sparkasse „Nispa“ sind ehrenamtlich tätig. Da ihnen von vielen Bürgern vorgeworfen wird, sie seien nur auf die Sicherung ihrer Pfründe bedacht, ist es sicher von Interesse, sich näher mit dem Begriff „Ehrenamt“ zu befassen.

  • „Ehrenamt ist freiwilliges Arbeiten ohne Bezahlung
  • „Ehrenamt ist ein freiwilliges öffentliches Amt, das nicht auf Entgelt ausgerichtet ist“
  • „Ehrenamt ist eine Tätigkeit, die freiwillig, gemeinwohlorientiert und uentgeltlich erfolgt“,

…sind die gängigsten Definitionen.

Wenn man unter diesem Gesichtspunkt die Höhe der z.B. von der Sparkasse an die Mitglieder des Verwaltungsrates gezahlten Aufwandsentschädigungen betrachtet, sind Zweifel berechtigt, ob hier noch ehrenamtlich, d.h. ohne Bezahlung, ohne Entgelt, unentgeltlich gearbeitet wird. Besonders peinlich wird es, wenn gemeinnützige Einrichtungen ehrenamtlich Tätigen derart hohe Entschädigungen zahlen. Es darf deshalb nicht wundern, dass auch nicht sachkundige Ratsmitglieder diese Art von Ehrenämtern anstreben und erhalten. Die Schieflage der Sparkasse wird von vielen wohl nicht zu Unrecht der fehlende Sachkunde der gewählten Verwaltungsratsmitglieder angelastet.

Es ist deshalb höchste Zeit, dass man sich bei den entscheidenden Stellen mit diesem Problem beschäftigt und Abhilfe schafft, weil die Gemeinde- und Stadträte dazu offensichtlich nicht bereit und in der Lage sind, von den in Betracht kommenden Einrichtungen selbst ganz zu schweigen.

Die Institution des Ehrenamtes darf keine Aushöhlung erfahren. Sie ist zu bedeutend, als dass sie ins Zwielicht geraten darf.

Bernhard Benninghoff
Mitglied des Stadtrates des Stadt Voerde