Bestätigung für die neue Gesamtschule Voerde?

Da hat es nun 162 Anmeldungen für die neue Voerder Gesamtschule gegeben. Dies wird als deutliches Ergebnis und Bestätigung der Richtigkeit des Ratsbeschlusses bewertet. „Eine zu hoch bewertete Beurteilung!“

Richtig ist, dass damit die Voraussetzungen für die Einrichtung der beschlossenen Schule nunmehr vorliegen. Die Probleme sind damit aber keineswegs erledigt.

Die Eltern der angemeldeten Kinder hatten nach dem Beschluss über die Auflösung der Realschule in Voerde praktisch nur die Wahl zwischen dem Gymnasium und der Gesamtschule. Wie hätte das Ergebnis wohl ausgesehen, wenn die Gesamtschule in Konkurrenz zu der ausgezeichneten Realschule hätte treten müssen?  Das Ergebnis hätte einen Hinweis auf den Willen der Eltern geben können; aber das durfte nicht passieren, um nur ja nicht eine Wiederholung der früher so jämmerlich gescheiterten Gesamtschule zu erleben. Also musste vorher die Auflösung der Realschule beschlossen und in die Tat umgesetzt werden.

Es ist keineswegs sicher, dass damit die Schullandschaft in Voerde auf Dauer gesichert erscheint. Gesamtschulen müssen Vierzügigkeit haben. Ob dies in den nächsten Jahren gesichert erscheint, ist sehr fraglich. Es kommen die wesentlich schwächeren  Jahrgänge. Ob es dann noch vierzügige Gesamtschulen in Voerde und Hünxe gibt, ist sehr fraglich. Hünxe wird dann nicht nur wegen des guten Rufes seiner Gesamtschule den Vorrang haben, weil die Gesamtschule dort nicht notleidend werden darf, wie von der Bezirksregierung ausdrücklich erklärt worden ist. Voerde wird dann das Nachsehen haben, wenn hier keine Vierzügigkeit mehr erreicht wird, also erneut mit der Auflösung dieser Schule rechnen müssen und dann weder eine Gesamt- noch Realschule mehr haben. Und diese Gefahr ist nicht nur theoretisch, sondern bei dem selbst von unserer Schulverwaltung errechneten Kinderrückgang sehr realistisch. Wir haben auf diesen Umstand wiederholt vergeblich hingewiesen.

Die FDP in Voerde ist nach wie vor der Ansicht, dass es richtig gewesen wäre, den von uns vorgeschlagenen und zulässigen Zweckverband mit Dinslaken und Hünxe zu bilden. Diese Lösung hätte Zukunftssicherheit und sinnvolle interkommunale Zusammenarbeit bedeutet und hier zu Einsparungen von etwa 6 Mio € oder mehr geführt. Ferner wäre unsere Realschule mit ihrem guten Ruf erhalten geblieben.

Es kann uns nicht zugemutet werden, unsere Vorstellung aufzugeben zugunsten einer Lösung, hinter die wir uns nicht stellen können, weil sie aus den dargestellten Gründen nicht zukunftsfähig erscheint.

Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Benninghoff