Entgegnung zum Kommentar „Unverantwortliches Vorgehen“ (NRZ vom 13.01.2014)


Fr. Keßler hat eine sehr eigenwillige Vorstellung von demokratischen Gepflogenheiten: wie kann sie ernsthaft von einer „Mehrheit“ bzw. vom „Elternwunsch“ schreiben, wenn keine einzige der für diesen Beschluss verantwortlichen Parteien (SPD, CDU, Grüne, Linke) ihren Wählern vor der zurückliegenden Kommunalwahl klar gesagt hat, was sie nach der Wahl schulpolitisch zu unternehmen gedenkt? (Ganz im Gegensatz zur FDP übrigens, die lange vor der Wahl klar zum Thema Stellung bezogen hat)
Das ist keine (Zitat) „breit gestützte demokratische Entscheidung„, sondern schlicht und ergreifend dreiste Wählertäuschung. Parteien sollen (gem. Artikel 21 des Grundgesetzes) an der Willensbildung des Volkes mitwirken. Dieser Auftrag wird konterkariert, wenn nach der Wahl für die Wähler überraschend Maßnahmen getroffen werden, die vor der Wahl nicht angekündigt wurden. Bezeichnenderweise hat Fr. Keßler zur Sache selbst genau nichts zu sagen, sondern nur ein dumpfes „Weiter so – notfalls mit dem Kopf durch die Wand!“ im Angebot.
Differenzierte Argumente zu den enormen Kosten und den daraus resultierenden Steuer- und Abgabenerhöhungen, den unfassbar miserablen PISA-Ergebnissen der Schulform „Gesamtschule“, dem offensichtlichen Versagen im Hinblick auf das Ziel, alle Schüler in Voerde beschulen zu können oder zur Gefährung der Existenz umliegender Schulen? Absolute Fehlanzeige.
Naja, was sollte da auch kommen? Die schwarz-rot-rot-grüne Koalition will auf Biegen und Brechen die schlechteste und teuerste aller denkbaren Lösungen durchsetzen – da fällt auch Fr. Keßler nichts substanzielles mehr zu ein. Der Geisterzug muss weiterfahren – und wer darauf hinweist, dass es sich um eine widersinnige Irrfahrt handelt, ist ein fieser Schurke. Oder eben nur kein PISA-Opfer? Anstatt nun verbal auf die Kritiker einzudreschen, sollten bestimmte Akteure künftig besser VOR anstehenden Wahlen sagen, was sie NACH der Wahl machen wollen. Und wenn sie sich dann schon unbedingt für die schlechteste und teuerste aller Lösungen entscheiden, sollten sie vorher alle vorgeschriebenen Stellungnahmen einholen, lesen UND verstehen (!) und ihre Entscheidung nicht mit jämmerlichen Märchen begründen („alle Schüler können in Voerde beschult werden“) – kurz: die gesetzlichen Regularien einhalten. Wer sich dazu nicht in der Lage sieht, sollte nicht gegen Kritiker polemisieren, sondern gefälligst seine Hausaufgaben machen. Und zwar sorgfältig und vollständig.

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