Fehlstart der Gesamtschule Voerde

Die auf verschiedenen Ebenen laufenden Diskussionen über die vom Stadtrat Voerde beschlossene Auflösung der Real- und Neuerrichtung einer Gesamtschule zeigen schon heute eindeutig den Misserfolg dieser Entscheidung.

Insbesondere steht fest, dass die hauptsächlich von SPD und CDU gegebene Begründung und Zusage, alle Voerder Schüler sollen in Voerde eine weiterführende Schule besuchen können, nicht erfüllbar ist.

Im nächsten Schuljahr sind etwa 350 Schülerinnen und Schüler unterzubringen. Wenn bis zu 100 davon vom Gymnasium aufgenommen werden können und etwa 50 von sich aus auswärtige Schulen besuchen, verbleiben um die 200 für die Gesamtschule. Diese aber kann höchstens 100, wenn es nach Hünxe, bzw. 150, wenn es nach der Stadt Voerde geht, aufnehmen. Es bleiben demnach mindestens um die 50 (vermutlich eher 100) Kinder „auf der Strecke“ und das werden aller Wahrscheinlichkeit nach ausgerechnet die Schwächsten sein.

Auf dieses falsche Versprechen sind viele Eltern hereingefallen und deshalb mit Recht stark verärgert.

Wenn Rat bzw. Bezirksregierung meiner Forderung gefolgt wären und sich mit der Hünxer Forderung nach einer Begrenzung der Gesamtschule Voerde auf Vierzügigkeit im Schulausschuss sowie Stadtrat befasst und dies öffentlich gemacht hätten, wäre erkennbar geworden, dass SPD und CDU in Voerde mit ihrem Versprechen die Eltern getäuscht haben. Also durfte meine Forderung – offensichtlich nach Absprache mit der Bezirksregierung – keinen Erfolg haben.

Es besteht kein Zweifel, dass dieses Voerder Verhalten ein von der Bezirksregierung geduldeter Verfahrensfehler war. Die Genehmigung des Ratsbeschlusses ist immerhin noch nicht erteilt, wäre aber selbst dann noch anfechtbar.

Aber: Gesamtschule um jeden Preis

Wer ein Versprechen nicht halten kann, sollte dies zugeben und neue Überlegungen anstellen. Das würde ihn ehren.

Das Problem wäre auch heute noch leicht dadurch zu lösen, dass man den Stadtratsbeschluss aufhebt, den FDP-Vorschlag aufnimmt und mit Hünxe und Dinslaken einen entsprechenden Schulzweckverband gründet. Einzelheiten dazu können der Homepage bzw. der Facebook-Seite der FDP Voerde entnommen werden. Diese Lösung würde allen drei Gemeinden auf dem Schulgebiet auf viele Jahre eine stabile und für die Eltern verlässliche Situation mit allen möglichen Schulformen schaffen.

Für Voerde hätte diese Lösung noch den Vorteil, dass hier um die 6 Millionen € eingespart und nicht sinnlos ausgegeben werden müssten. Bei unserer bekannt katastrophalen Haushaltslage sicher ein interessanter Aspekt.

Und: Man spricht nicht nur über interkommunale Zusammenarbeit, sondern betreibt sie auch finanziell erfolgreich.

Und: Das Vertrauen in den Stadtrat könnte so wieder hergestellt werden.

Ob Stadtrat und Verwaltung diesen Mut wohl aufbringen?

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Benninghoff (FDP)
Mitglied des Stadtrates Voerde