Bee-Acht

Statt Hindenburg nun Willy Brandt?
Nachdem 1996 ein bekennender Kommunist in Voerde erfolglos versucht hat, die Umbenennung der Hindenburgstraße auf Voerder Gebiet zu betreiben, versuchen dies nun SPD, Grüne, WGV und Linke erneut und berufen sich dabei auf die Stadt Münster und einen Historiker namens Wolfram Pyta, der die mit dem Namen Hindenburg ausgedrückte Wertschätzung nicht mehr für geboten hält. Willy Brandt soll nun der sein, dem diese Wertschätzung zuteil werden soll.

Abgesehen davon , dass sich die FDP-Fraktion seit vielen Jahren gegen die Benennung von Straßen und Plätzen nach Politikern wehrt, erscheint die beantragte Umbenennung nicht einsichtig. Die FDP-Fraktion wird dem Antrag nicht folgen. Heute käme wahrscheinlich niemand auf die Idee, eine neue Straße nach Hindenburg zu benennen. Aber Willy Brandt an seine Stelle? Wer weiß denn, ob in zehn oder 20 Jahren die Person Willy Brandt nicht ebenfalls neu und negativer bewertet wird mit dem Ergebnis, dass dann wieder eine Umbenennung erfolgen soll. Diese Überlegung zeigt die Fragwürdigkeit des Vorhabens. Statt einfach das historische Gewachsensein von Kommunen mitsamt ihren Straßennamen zu akzeptieren, scheinen es zahlreicher werdende Zeitgenossen drauf anzulegen, Teile unserer Vergangenheit komplett zu löschen. Symbolpolitik scheint hier fest in linken Händen zu sein.

Denen sei gesagt, dass für die Benennung mit linksgrünen Helden doch hinreichend viele Windparks, Gesamtschulen und Krötentunnel zur Verfügung stehen (so Michael Klonovsky vom Focus in Kultur und Leben). Schließlich sei noch auf eine Empfehlung des Deutschen Städtetages hingewiesen. Danach sollten Umbenennungen von Straßen nur noch aus Ordnungsgründen zulässig sein, also etwa, wenn bei einer Gebietsreform in dem nun größeren Gemeinwesen ein Straßennamen doppelt erschiene. Was jedoch stark irritiert, ist der Umstand, dass alle 4 genannten Fraktionen bei vielen Gelegenheiten das Wort „Bürgerbefragung“ in den Raum stellen mit der Begründung, so zu mehr unmittelbarer Demokratie zu kommen, hier aber den Belangen der Anwohner keinerlei Bedeutung beimessen, ihre Meinung dazu also nicht erfragen, wie es zunächst vorgesehen war. Angst vor deren Meinung? Wer sich in politischen Fragen so verhält, verliert seine Glaubwürdigkeit auch in anderen Dingen. Haben wir in Voerde nicht größere Probleme zu lösen als die nach den richtigen Namen von Straßen ?
Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Benninghoff

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