Bäderkonzept der Stadt Voerde (vom 16.08.2011)

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
die FDP-Fraktion stellt für die kommende Sitzung des Stadtrates den
nachfolgenden Antrag und bittet Sie, diesen auf die Tagesordnung der mit
obiger Angelegenheit befassten Ausschüsse und des Stadtrates zu nehmen:
Der Stadtrat möge Folgendes beschließen:
1. Die Stadt Voerde wird das Freibad und das Hallenbad – wie bisher –
weiter betreiben.
2. Beide Bäder erhalten die erforderliche Bestandssanierung
3. Der Bürgermeister wird beauftragt,
a. die bestehenden Mängel beider Bäder mit den jeweiligen
Kostenansätzen festzustellen und dem Stadtrat mitzuteilen,
b. festzustellen, welche Mängel mit welchem finanziellen Aufwand
sofort,
c. welche Mängel mit welchem finanziellen Aufwand in den
nächsten fünf Jahren
d. welche Mängel mit welchem finanziellen Aufwand in den
nächsten 10 Jahren beseitigt werden müssen.
4. Der Bürgermeister wird ferner beauftragt, nach Erledigung der
unter 3. a. bis d. genannten Feststellungen Gespräche mit dem
Förderverein Freibad Voerde und anderen an der Erhaltung der
Bäder interessierten Vereine und Gruppen sowie in Aussicht
genommenen Sponsoren Gespräche darüber zu führen, wie diese
Kosten gedeckt werden sollen. Das soll auch für Betriebs- und
Personalkosten gelten.
Begründung
Der Empfehlung des beauftragten Fachbüros, den Standort am derzeitigen
Hallenbad zu nutzen und zu qualifizieren und dort ein optimiertes
Wasserflächenangebot zu schaffen, das Freibad dagegen zu schließen,
wird die FDP-Fraktion nicht folgen. Eine solche Lösung ist nicht
sachgerecht und kann einem großen Teil unserer Bevölkerung aus den
nachfolgenden Gründen nicht zugemutet werden:
1. Freibad Voerde und Hallenbad Friedrichsfeld sind an die
Schulzentren Süd und Nord angelehnte Sportanlagen mit dem
Zweck, den Schülerinnen und Schülern das Schwimmen
beizubringen und ihnen den Schwimmsport zu ermöglichen, also
ähnlich den dort angesiedelten Sporthallen, die dem Sportunterricht
dort dienen.
2. Daneben dient das Hallenbad überwiegend der Bevölkerung von
Spellen und Friedrichsfeld, während das Freibad mehr von der von
Voerde, Möllen und den Rheindörfern besucht wird. Unter diesem
Gesichtspunkt ist damals vom Rat mehrheitlich der Standort des
Hallenbades gewählt worden. Würde man also ein Bad schließen,
würde man diesen Gesichtspunkt aufgeben. Das würde mit
Sicherheit zu großem Ärger in der Bevölkerung führen.
3. Hallenbad und Freibad sind Sportanlagen
Als solche sind sie wie Sporthallen und Sportplätze in Voerde zu
behandeln, d.h. wenn es aus Kostengründen zu Schließungen solcher
Anlagen kommen muss, müssen sie vom Grundsatz her gleich
behandelt werden.
In Anbetracht der Tatsache, dass in den letzten 10 Jahren in
Deutschland fast 5000 Menschen ertrunken sind und Fachverbände
davor warnen, dass immer weniger Kinder das Schwimmen lernen
(so p.toussaint@nrz.de), in Voerde nach dem Bericht eines
Grundschulleiters eine erschreckend große Zahl von Kindern am
Ende des 2. Schuljahres noch nicht das Schwimmen erlernt hat,
muss die Schließung eines Bades wie die Schließung einer anderen
Sportanlage das letzte Mittel sein, um dem Sparzwang zu folgen.
4. Das Freibad Voerde ist in Verbindung mit dem Schulzentrum Süd,
dem Haus Voerde und dem in dieser Umgebung entstehenden Park
ein bedeutender Teil Voerder Kulturlandschaft, der auch durch die
schönste zusätzliche Wohnbebauung Voerde wesentlich ärmer
machen würde.
5. Es ist auch möglich, beide Bäder an ihren Standorten in Betrieb
zu halten.
Bei der schlechten Finanzsituation kann in Voerde in den nächsten
10 Jahren kein Bad auf den neuesten Stand der Badetechnik
gebracht werden. Das muss es auch nicht. Beide Bäder erfüllen jetzt
und auch in naher Zukunft ihren Zweck. Es gilt also, sie in diesem
Zustand zu erhalten, zumindest für die nächsten etwa 10 bis 15
Jahre.
Dazu ist jedoch erforderlich, dass der Bürgermeister die oben unter
3. genannten Aufträge erhält und er diese alsbald ausführt.
6. Die Phase der Sanierung – nicht Modernisierung oder Optimierung –
sollte etwa 10 Jahre umfassen.Parallel dazu sollten Bürgermeister
und Förderverein sowie andere interessierte Gruppen sich um
Sponsoren und andere Geldgeber bemühen, die diese
Maßnahmen fördern und sich dann auch an den laufenden
Kosten beteiligen. Auch ehrenamtlicher Einsatz ist hier gefragt.
In ähnlicher Weise ist die Kirche Götterswickerhamm in etwa 10
Jahren und mit einem Aufwand von ca. 500.000,- € saniert worden.
Was dort ohne jegliche Kreditaufnahme möglich war, sollte auch
hier gelingen, wenn man die Sache ernsthaft angeht.
Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Benninghoff

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